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Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz: Was steht Deinem Kind zu?

Ab dem ersten Geburtstag hat Dein Kind grundsätzlich einen gesetzlichen Anspruch auf Betreuung. Bis zum dritten Geburtstag kann das eine Kita oder Kindertagespflege sein. Ab drei Jahren besteht bis zum Schuleintritt ein Anspruch auf einen Kindergartenplatz.

Der Grundanspruch gilt auch, wenn Du nicht arbeitest oder in Elternzeit bist. Welche Betreuungszeiten dazugehören und ob ein angebotener Platz passt, erfährst Du hier.

Ab wann besteht ein Anspruch auf einen Kitaplatz?

Von einem bis unter drei Jahren: Dein Kind hat Anspruch auf Betreuung in einer Kita oder in Kindertagespflege, zum Beispiel bei einer Tagesmutter oder einem Tagesvater. Ein geeigneter Tagespflegeplatz kann den Anspruch erfüllen. Ein Platz ausschließlich in einer Kita ist in dieser Altersgruppe grundsätzlich nicht garantiert.

Ab dem dritten Geburtstag bis zum Schuleintritt: Dein Kind hat einen Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz. Tagespflege kommt bei besonderem Bedarf oder ergänzend infrage. Sie ersetzt nicht den geschuldeten Platz in einer Kita.

Der Anspruch steht Deinem Kind zu. Du machst ihn als sorgeberechtigter Elternteil für Dein Kind geltend. Grundlage ist § 24 SGB VIII.

Wie viele Betreuungsstunden stehen Deinem Kind zu?

Unter drei Jahren: Der tägliche Betreuungsumfang richtet sich nach dem individuellen Bedarf. Dabei zählen die Bedürfnisse Deines Kindes und Eure familiäre Situation. Arbeit, Ausbildung und die damit verbundenen Wegezeiten können eine Rolle spielen. Der Umfang muss mit dem Wohl Deines Kindes vereinbar sein.

Welche Betreuungszeiten Deinem Kind zustehen, hängt also von seiner konkreten Situation ab. Teile der zuständigen Stelle mit, an welchen Wochentagen und zu welchen Uhrzeiten Du Betreuung brauchst.

Beispiel: Du brauchst Betreuung bis 16 Uhr, weil Dein Arbeitstag und der anschließende Weg zur Kita vorher nicht enden. Ein Angebot bis 14 Uhr deckt diesen Bedarf nicht vollständig.

Prüfe jeden Betreuungstag einzeln und achte auch auf Unterbrechungen, etwa über Mittag. Zusätzliche Stunden an anderen Tagen gleichen einen zu kurzen Betreuungstag nicht automatisch aus.

Ab drei Jahren: Auch der Anspruch auf einen Kindergartenplatz umfasst Betreuungszeit. Wie weit er reicht, richtet sich nach den anwendbaren gesetzlichen Regeln und ihrer Auslegung durch die Gerichte. Dabei ist insbesondere das Recht Deines Bundeslandes wichtig. Aus dem bundesrechtlichen Anspruch allein folgt kein automatischer Anspruch auf einen Ganztagsplatz. In den meisten Bundesländern besteht - abhängig vom Bundesland - ein Recht auf einen Platz mit einem Umfang von fünf, sechs oder sieben Stunden pro Tag.

Wo und wann meldest Du Deinen Betreuungsbedarf an?

Wende Dich an das zuständige Jugendamt oder die von ihm benannte Anmeldestelle. Häufig läuft die Anmeldung über Deine Stadt, Gemeinde oder ein Elternportal. Kläre dort, wie Dein Bedarf bei der zuständigen Stelle erfasst wird.

Nenne dabei:

  • den Namen und das Geburtsdatum Deines Kindes;
  • Eure Wohnadresse und den gewünschten Betreuungsbeginn;
  • die benötigten Wochentage und Uhrzeiten;
  • besondere Umstände, die für die Betreuung wichtig sind.

Melde den Bedarf frühzeitig. Welche Anmeldefrist gilt, hängt vom Landesrecht ab. Erkundige Dich nach den für Deinen Wohnort geltenden Regeln.

Bewahre die Anmeldung, Eingangsbestätigungen und Antworten auf.

Wie weit darf die Kita entfernt sein — und wann passt ein Angebot?

Eine bundesweit feste Kilometer- oder Minutengrenze gibt es nicht. Entscheidend ist, ob der angebotene Platz in Deiner konkreten Situation zumutbar erreichbar ist. Dabei können Wohnort, Arbeitsort, verfügbare Verkehrsmittel und die tatsächlichen Wegezeiten wichtig sein. Grundsätzlich gilt, dass eine Wegezeit von bis zu etwa 30 Minuten zumutbar ist. In Nordrhein-Westfalen wenden Gerichte im städischen Raum oft eine Entfernungsgrenze von fünf Kilometern an.

Du darfst Wünsche zur Einrichtung äußern. Der Rechtsanspruch garantiert aber keinen Platz in Deiner Wunsch-Kita. Wenn Dir ein Angebot ungeeignet erscheint, halte die konkreten Gründe fest und lass die Folgen einer Ablehnung prüfen, bevor Du den Platz ablehnst. Wir raten Eltern dringend davon ab, ein Platzangebot ohne anwaltliche Prüfung abzulehnen!

Kein passender Kitaplatz: Was kannst Du jetzt tun?

Du hast Deinen Bedarf angemeldet, aber noch kein passendes Angebot? Fehlende Kapazitäten lassen den gesetzlichen Anspruch nicht entfallen. Der passende nächste Schritt hängt davon ab, welche Antwort Du erhalten hast und wann die Betreuung beginnen soll.

Du möchtest zunächst selbst tätig werden? Auf der Seite Kein Kitaplatz: Was Du jetzt tun kannst findest Du nächste Schritte und Muster-E-Mails.

Du möchtest Dich über gerichtliche Hilfe informieren? Die Seite Kitaplatz einklagen erklärt das Angebot und den Weg zur kostenlosen Anfrage.

Dir sind zusätzliche Betreuungskosten oder ein Verdienstausfall entstanden? Auf der Seite Schadensersatz wegen fehlendem Kitaplatz erfährst Du, unter welchen Voraussetzungen ein Ersatzanspruch bestehen kann.

Häufige Fragen

Hat mein Kind auch Anspruch, wenn ich nicht arbeite oder in Elternzeit bin?

Ja. Ab dem ersten Geburtstag setzt der Grundanspruch keine Berufstätigkeit der Eltern voraus. Auch Elternzeit schließt ihn nicht aus.

Ich brauche einen Platz. Muss ich bis zum Beginn des nächsten Kita-Jahrs warten?

Nein, der gesetzliche Anspruch beginnt nicht erst zum Start eines neuen Kita-Jahres. Maßgeblich sind insbesondere das Alter Deines Kindes, der mitgeteilte Bedarf und die anwendbaren Anmelderegeln. Eine Platzvergabe nur zu bestimmten Aufnahmeterminen ist rechtlich nicht zulässig.

Bedeutet der Rechtsanspruch, dass die Betreuung kostenlos ist?

Nein. Der Anspruch auf einen Platz und die Elternbeiträge sind unterschiedliche Fragen. Ob Beiträge anfallen, richtet sich nach dem Landesrecht und den örtlichen Regeln. Sind sie für Eltern und Kind unzumutbar, werden sie auf Antrag erlassen oder übernommen. Dazu berät Dich das Jugendamt.

Rechtsgrundlagen und Quellen

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